Baustellenbesichtigung historisches Museum im RahmenBloggerreise #fmus15, Quelle: historisches museum

Blick hinter die Kulissen des historischen museums in Frankfurt

In Kooperation mit weiteren Frankfurter Museen sowie dem Kulturamt und der TCF lud das historische museum  erstmals Kulturblogger aus ganz Deutschland zu einer Bloggerreise ein. Unter #fmus15 verbrachten diese ein vielseitiges Wochenende rund um das Frankfurter Museumsufer.

Bloggerreise #fmus 15 Baustellenbesichtigung historisches museum, Quelle: historisches museum

Bloggerreise #fmus 15 mit Baustellenbesichtigung des historisches museums, Quelle (wie auch für das obige Beitragsbild): historisches museum

Pressesprecherin Dr. Corinna Engel und Kuratorin Dr. Nina Gorgus ließen beim Baustellenbesuch des historischen museums fantastische Bilder in unseren Köpfen entstehen. Auch wenn bis zur Eröffnung des Neubaus in 2017 noch etwas Geduld gefragt ist, so bestätigt sich wieder einmal, dass alles Gute zu dem kommt, der warten kann. Zu den spektakulären Neuheiten des Museums wird eine interaktive Schneekugel-Installation im Eingangsbereich gehören, viel Raum für das Frankfurt-Modell und natürlich die einzig erhaltene staufische Hafenmauer in Europa. Dieser Sensationsfund wird in den Neubau integriert und dort dauerhaft im Wasser stehend präsentiert, wie zu Zeiten der Staufer. Im Vorfeld der Besichtigung interviewte ich Nina Gorgus (Fragen 1 -3 und 5) sowie Franziska Mucha (Frage 4). Sie berichten nachfolgend viel Spannendes zum Umbau des Museums – analog und digital.

1) Welcher Social Media-Kanal ist Euch der liebste und warum?

historisches museum: Weil wir nur beschränkte Kapazitäten haben, sind wir leider nicht auf so vielen Kanälen vertreten. Mein Favorit ist deshalb Twitter, da man sich hier auf eine schnelle und unkomplizierte Art und Weise mit anderen austauschen kann. Das ist wie ein kurzes Ping-Pong-Spielen zwischendurch. Ich finde es großartig, dass man sich einfach in laufende Diskussionen einklinken oder eigene Anliegen kurzfristig auf den Weg bringen kann – irgendjemand aus dem Netzwerk (und darüber hinaus) reagiert immer. Durch Twitter habe ich das Gefühl, auf dem neuesten Stand zu sein, da ich mich schnell mal kurz informieren kann, mit was sich andere Museen beschäftigen oder welche Tagungen gerade stattfinden. Und ich liebe es, hier einfach mal Objekte (denn das ist ja der Kern des Museums) in der Timeline vorbeirauschen zu sehen – wie etwa die frisch digitalisierten Objekte von @museumdigital oder vom Ashmolean Museum in Oxford – das hat so etwas Analoges

2) Das Städel Museum Frankfurt hat bereits Erfahrung mit der digitalen Erweiterung sammeln können – gibt es im historischen museum vergleichbare Konzepte, um Euren Schätzen im Archiv größere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen?

historisches museum: Ein großer Wunsch von uns ist es, die Sammlung bzw. einen Teil der Sammlung für alle sichtbar zu machen. Geplant ist, mit der Eröffnung des neuen Ausstellungshauses 2017 auch eine Online-Datenbank zu starten, in der schon einmal alle ausgestellten Objekte zu finden sein werden. Wir sind dabei, dafür alles vorzubereiten und merken immer wieder, wie komplex das Thema Digitalisierung ist, da hier ganz viele (nicht nur technische) Voraussetzungen geschaffen werden müssen.

Neues Museumsportal des historischen museums, Quelle: Katja Kupka

Hier entsteht das neues Museumsportal des historischen museums, Quelle: Katja Kupka

3) Was sind Eure Pläne für 2016 – worauf dürfen sich Eure Besucher und besonders die Online-Community freuen?

historisches museum: 2016 wird SEHR spannend: das Museum wird das neue Ausstellungshaus übernehmen und mit dem Einbau und der Einrichtung der Dauerausstellung zu beginnen. Ein Teil des Teams wird dann in das neugebaute Verwaltungsgebäude ziehen und so wieder ganz nah am Museumsgeschehen sein. Dort wird uns sicher einiges auch für die Online-Community einfallen – lasst Euch überraschen. Wenn wir mal nicht so aktiv sind, liegt das daran, dass die Social Media Kanäle im Wesentlichen von den KuratorInnen betreut werden – und manchmal müssen die Prioritäten einfach woanders liegen.

4) Die Besucher und Freunde des historischen museums über die lange Umbauphase bei Laune zu halten, ist vermutlich keine ganz einfache Aufgabe. Wurden Projekte wie das Frankfurt-Modell vor diesem Hintergrund ins Leben gerufen?

historisches museum: Die BesucherInnen bei Laune halten, ist in der Tat nicht so einfach. In der Abriss- und Sanierungsphase 2011/2012 hatten wir deshalb den Blog initiiert. Für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ erforschen wir seit 5 Jahren mit FrankfurterInnen die Stadt: Mit dem „Stadtlabor unterwegs“ haben wir partizipativ Ausstellungen entwickelt, diesen Sommer waren wir erstmals für das neue Format „mein Frankfurt-Modell“ auf Tour. Das Frankfurt-Modell besteht aus zwei Elementen: einem künstlerisch-assoziativen 70 qm großen Frankfurt-Modell im Museum und einer user-basierten Plattform im Internet. Für beide Bereiche waren wir diesen Sommer auf Tour durch alle 43 Frankfurter Stadtteile und haben ihre BewohnerInnen gefragt: Was ist typisch für Frankfurt? Welche Farbe hat die Stadt? Was sind die größten Probleme? Welche Lieblingsorte gibt es? 1333 ausgefüllte Fragebögen haben wir gesammelt, die wir in nun in Stadtteilporträts mit anderen Quellen zusammenführen. Sie werden 2016 an den Modellbauer übergeben und dienen als Grundlage für ein lebendiges Stadtmodell.

Updates zum Projekt und erste Ergebnisse gibt’s übrigens regelmäßig (um die Leute bei Laune zu halten) auf www.mein-frankfurt-modell.de. Darüber hinaus wird es auch 2016 wieder eine Sommertour geben, bei der wir uns über zahlreiche Beteiligung freuen werden.

Staufische Hafenanlage aus 1204 im historischen museum, Quelle: Katja Kupka

Staufische Hafenanlage aus 1204 im historischen museum, Quelle: Katja Kupka

5) Frankfurt hat eine ausgesprochen vielseitige Museumsszenerie. Wie/Wo positioniert sich hier das historische museum?

historisches museum: Unsere Rolle ist relativ eindeutig: das historische museum ist das Museum der Stadt, also der Ort für Information, Reflexion und Diskussion über Frankfurt. Wir bieten Erklärungen und Hintergründe der städtischen Geschichte an – in Vergangenheit und Gegenwart. Diese Rolle werden wir im neuen Ausstellungshaus noch sehr viel differenzierter wahrnehmen können, da neben den Ausstellungen mehr Bereiche für wirkliche Begegnungen und Teilhabe geschaffen werden. Wir sehen uns als Institution, die hilft, Prozesse in der Stadt zu verstehen, sie zu akzeptieren und vor allem auch mitzugestalten. Also ein Ort, der inspiriert und integriert, vermittelt und zur Teilhabe aufruft. Das geht schon etwas über die „normalen“ Museumsaufgaben hinaus…

Vielen Dank an Nina und Franziska für die sehr interessanten Einblicke.
Katja Kupka, #smcffm

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2 Gedanken zu „Blick hinter die Kulissen des historischen museums in Frankfurt

  1. Pingback: Wenn Deutsche zum Lachen ins Museum gehen – Das caricatura museum frankfurt – MusErMeKu

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